Laemmer

SkuddenEifelhoehe

Heuballen

Mutter mit Lamm

Die Ostpreußische Skudde
Rasse statt Masse!

Schafe und Menschen besitzen eine lange gemeinsame Geschichte. Schafe wurden lange vor Rind und Pferd gezähmt. Einmalig ist bis heute ihre Vielfalt. In 10.000 Jahren menschlicher Zuchtwahl sind 1.198 Rassen entstanden. Derzeit gibt es nach Angaben der FAO über eine Milliarde Schafe auf der Erde.

Schafe prägten Landschaften und formten Kulturen. Sie brachten Königreiche zu Wohlstand und haben einen festen Platz in drei Weltreligionen. Judentum, Christentum und Islam entstanden in Schafhirtenvölkern. Die Bibel erwähnt Schafe 388 mal, weitaus häufiger als jedes andere Tier.

Die Skudde ist seit der Besiedlung des Baltikums durch den Deutschen Orden bekannt, einige Autoren halten sie für das “Schaf der Wikinger”. Sie waren ursprünglich im Siedlungsraum der “Prußen”, in Ostpreußen und Litauen bis zum Ende des 2. Weltkrieges beheimatet. Woher die Bezeichnung  “Skudde” stammt ist nicht genau bekannt, es ist vermutlich ein litauisches oder altpreußisches Überbleibsel, da aus dem 13. Jahrhundert viele gleichklingende Familiennamen wie Scudde, Schudde, Schude bekannt sind. Als Erklärung ist auch der litauisch-polnische Scheuchruf “skud(i/y)” möglich.

Skudden gehören zu den kleinen kurzschwänzigen Heideschafen und gelten als eine urwüchsige, anspruchslose, unveredelte Landschafrasse. Sie sind kleinrahmig, überwiegend grauweiß, aber auch schwarz,  und schlichtwollig. Die Skudde ist die kleinste deutsche Schafrasse, Widerristhöhe ca. 50 bis 60 cm. Es handelt sich aber nicht um ein “Zwergschaf”, es ist eher umgekehrt: Skudden sind normalklein, alle anderen Rassen sind “großgezüchtet”. Skudden haben alle Körpermerkmale ursprünglicher Landschafrassen ohne die der hochgezüchteten Leistungsrassen.

Der Kopf ist kurz und keilförmig mit kurzen Ohren. Das mischwollige Haarkleid besteht aus grobem Grannen- bzw. Langhaar, das, bis zu 20 cm lang, als Schutz gegen Niederschläge herabhängt, aus Kurzhaaren und einem ziemlich feinen Unterwollhaar von etwa 6 cm Länge zur Wärmedämmung. Die Wolle ist spinnfähig. Der Schwanz ist kurz und endet über dem Sprunggelenk. Er ist spitz auslaufend (Flunderschwanz). Die Böcke schmückt ein schneckenartig gewundenes Gehörn und sie tragen ein Mähne. Zibben sind hornlos, tragen Hornstummel oder kleine Hörner.

Skudden können Sommer wie Winter im Freien gehalten werden, wenn sie einen trockenen, windgeschützten Unterstand hat. Sie benötigen rohstofffaserreiches Futter und sind robust gegen Krankheiten. Sie fressen langsam, aber stetig und hinterlassen kaum Weidereste. Sie sind damit für die Landschaftspflege und zur Nachweide bestens geeignet.

Skudden sind asaisonal brünstig und haben im Durchschnitt ein bis zwei Lämmer je Ablammung, Sie zeigen eine sehr gute Mütterlichkeit. Geburtsschwierigkeiten sind bei Skudden sehr selten.

Die Reste der aus dem ehemaligen Ostpreußen zerstreuten Skuddenbestände wurden von passionierten Schafzüchtern aufgefangen. Auch namhafte Zoos (Berlin, München-Hellabrunn) versuchten, die Schafe zu erhalten. In Deutschland gibt es jetzt wieder eine tausend Skudden. Dennoch gehört die Skudde nach der FAO immer noch zu den bestandsgefährdeten Haustierrassen.

Den Genpool der Skudden zu erhalten, ihre Härte und Gesundheit, ist ein Anliegen aller Züchter!

Besondere Leistungen:

Vitalität, Robustheit, Fruchtbarkeit, sehr gute Mütterlichkeit, schmackhaftes Fleisch, spinnfähige Wolle, dekoratives Fell, Standorttreue (für Koppelhaltung geeignet), Eignung für die Landschaftspflege in speziellen Biotopen (ertragsschwache Standorte, Ökoprojekte, Naturschutzgebiete).